Grundzutaten für ein Gewitter

Für ein Gewitter braucht es keineswegs Petrus’ Hand, sondern aus naturwissenschaftlicher Sicht genau drei verschiedene Zutaten. Um Konvektion so richtig in Gang zu bringen bzw. überhaupt erst möglich zu machen, braucht man folgendes:

1) Labilität
2) Feuchte
3) Hebung

Labilität heißt vereinfacht, dass ein Luftpaket immer leichter als die Umgebungsluft ist und deswegen aufsteigt, da leichtere Luft eine geringere Dichte besitzt. Feuchte heißt, dass die relative Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist bzw. dass der Taupunkt relativ hoch ist. Feuchte ist die Nahrung eines Gewitters, also der Energieträger. Ist die Feuchte hoch, hat ein Gewitter sehr viel Energie zur Verfügung. Hebung bedeutet, dass ein Luftpaket aus seinem Ausgangszustand am Boden nach oben gehieft wird, wo es dann kondensieren kann und weiter nach oben steigen kann. Ohne Hebung würde die energieträchtigste Luftmasse nichts nützen, wenn sie nur am Boden ist und nicht aufsteigen kann. Nur wenn diese Faktoren alle zusammen vorhanden ist, kann Konvektion einsetzen. Ist keine Labilität vorhanden, kann ein gehobenes Lufpaket nicht weiter in der Atmosphäre aufsteigen und die Konvektion stockt.
Ist keine Feuchte vorhanden, verhungert ein Gewitter regelrecht, da es keine Energie hat und sich kaum Wolken und Niederschlag bilden können.
Ist keine Hebung vorhanden, bleibt die Luftmasse am Boden und kann nicht aufsteigen und keine Konvektion bzw. Gewitterwolken bilden.Man sieht also, dass ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Zutaten bestehen muss. Umso stärker diese Faktoren ausgeprägt sind, desto heftiger wird die Konvektion.

©Florian Huber – Unwetternetzwerk